krupp 21.08.2009, 11:09 Uhr 4 10

Paarduschen

Heiß - kalt

Der heiße Strahl trifft ihr Gesicht, Wasser dampft über ihre Wangen und rauscht in den weit geöffneten Mund. Fasziniert sieht er ihre tiefschwarzen Haare zu einer Einheit verschmolzen über den perfekten Körper gleiten, der ihn mit solcher Genugtuung füllt. Sie reibt sich die Augen, öffnet sie und sieht ihn an. Zieht ihn zu sich unter die warme Brause, hält inne und betrachtet ihn. Sieht die starken Arme, die breite Brust, auf der sich die Haare der Strömung ergeben. Streicht darüber und fühlt seine Körperwärme, das Vertrauen, das er ausstrahlt, die Erfüllung der Sehnsucht, die er verspricht. Er greift sie an der Taille, führt sie zu sich, so dass ihre Brüste seine Rippen streifen, beugt sich herab und küsst sie; sie bemerkt sein Glied. Das Wasser umrauscht sie.

Sie dreht sich um und zeigt ihm ihren Rücken. Dabei stellt sie das Wasser etwas kälter, reckt ihm den Kopf zur Massage hin. Während er ihr Seufzer entlockt, sieht er kleine Schüppchen auf ihren Haarwurzeln und muss an das Kokain und den schmierigen Typen im Karoanzug denken. Seine Lippen schmälern sich um Nuancen. Ihr entgeht die Berühung durch seinen etwas zu dicken Bauch nicht, spürt eindeutig seine behaarte Wampe in ihrem Rücken. Er erinnert sie an Bier und langweilige Nächte auf der Couch. Sie und er und die Langeweile, die sich die Fernbedienung geschnappt hatte.

Als sie der Liturgie des Rituals folgt und sich langsam wieder umdreht, versehentlich den Hahn zur blauen Seite drehend, erkennt er ihre unterschiedlich großen Brüste und denkt an ewige Fragen. An Bestätigungsheischerei, an nicht enden wollende schlecht bedeckte Seelenflickereiaufforderungen - bin ich schön? Das kalte Wasser rinnt an ihren Körpern herunter. Langsamer. Perlt mehr ab und lässt die Haut dicker und fettiger erscheinen. Sie ergreift sein Glied, langsam drückt sie seine Vorhaut zurück, er sieht verbissen zu. Sie kann ohne hinzusehen spüren, dass er es seit Tagen nicht gewaschen hat. Sie kann ihren Ekel kaum verbergen. Das eiskalte Wasser reinigt nur sehr zögerlich und sie muss an all die leeren Versprechen denken. All die faule Maskerade, zieht man nur ein wenig an der Plane, kann man den modrigen Abgrund erblicken.

Erste Tropfen gefrieren in ihrem Damenbart. Erinnert an die Verachtung und die Herablassung, die sie ihn ertragen ließ. Die Demütigung, die er sich ausgesetzt sah, während sie hunderte Leberflecken auf seinem Körper durch eine glasige Schicht aus Eis schimmern sieht. All die Heulerei, all diese Minderwertigkeitsgefühle wegen seines Körpers. Elende Vorträge wegen seiner Hautunreinheit. Er bemerkt ihre engstehenden Augen. Ihre Lügen und ihren Stumpfsinn. Eiszapfen hängen an den Wimpern. Sie sieht seine zugewachsenen Augenbrauen. Denkt an seine Verschlagenheit und die Manipulation.

Sie will etwas sagen – er öffnet noch kurz den Mund, als sich ein Donner aus Eisbrocken auf sie beide ergießt. Fluchtartig verlässt jeder von ihnen seine Dusche und steht zitternd, alleine auf dem Frotteevorleger. Nur langsam verschwindet die Kälte, die Luft schmerzt in den Lungen – doch sie fühlt sich frei an.

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4 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Sex, Kokain, Seelenfickerei...alles Human, der Text.. Mir wird schlecht...

    30.09.2011, 04:19 von Mouton86
    • 0

      Ich versteh nicht so ganz, was du damit sagen willst. Kannst du das vielleicht nochmal anders ausdrücken?

      30.09.2011, 09:09 von krupp
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Sex, Kokain, Seelenfickerei. Ich mag das.

    28.08.2009, 15:45 von Steifschulz
    • 0

      Ja die Schlagworte sind eigentlich alle da. Trotzdem nichht so dolle. Es fehlt eine Art Pointe. Eisbrocken reichen da nicht...

      23.09.2011, 16:08 von Plutarch
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