barbara_gaertner 25.10.2005, 12:06 Uhr 23 0
NEON täglich

Knietief im Dispo

Aufschnitt statt Honig - so spart Deutschland. Und wie spart ihr?

Schmeckt bestens, hat die Kollegin immer wieder versichert, seit sie in der gemeinsamen Kantinenroutine vom läpprigen Capuccino auf heißes Wasser umgestiegen ist. Der Capuccino kostet 90 Cent, die lauwarme, kalktrübe Plörre nichts. Offizielle Begründung ihres Getränkewechsels: Ayurveda. Inoffiziell: Das Auto muss zum TÜV und es schaut düster aus.

Auch Deutschland soll nun auf heißes Wasser umsteigen. „Milch und Honig wird nicht fließen – gesundes Brot und ordentlicher Aufschnitt wird da sein.“ So stellt sich Franz Müntefering das künftige Gürtelengerschnallland vor. Schließlich sind wir ewige Maastricht-Sitzenbleiber, da muss endlich mal ordentlich geruckt und gespart werden.

Vom „Heulen und Zähneklappern“, das Roland Koch prophezeite, ist bis jetzt nur sanftes Schluchzen zu hören, doch die Liste, mit der die 35 Milliarden Euro bis 2007 zusammengekratzt werden soll, ist lang. Tierfutter, Schnittblumen und landwirtschaftliche Rohstoffe sollen künftig teurer werden, die Mitversicherung von Familienangehörigen in der gesetzlichen Krankenversicherung steht zur Disposition, eine Mehrwertsteuererhöhung ist wahrscheinlich. Immerhin geht es bei den 35 Milliarden Euro um 15 Prozent des Gesamthaushalts.

Bei meinem Gesamthaushalt sind 15 Prozent nicht allzu viel Geld, aber im kleinen Barbara-Universum wäre es trotzdem eine gravierende Lebensqualitätskürzung. Ich würde wohl erst mal auf Schnittblumen verzichten. Aber sonst? Eine Freundin von mir hat sich nun wochenlang mit der Recherche nach der idealen, weil billigsten Krankenkasse aufgehalten. Ich bleibe meiner trotz ausführlichster Freundinnen-Beratungsgespräche treu, immerhin schickt sie immer anstandslos ein neues Kärtchen zu, wenn ich mein altes mal wieder verloren habe. Da darf sie gerne die teuerste bleiben. Wie ist es bei euch, sucht ihr nach der billigsten KFZ-Versicherung, würdet ihr an einen Ort ziehen, nur weil die Mieten dort billiger sind, muss eure Katze hungern, wenn das Futter teurer wird? Wie würdet ihr in eurem Etat 15 Prozent einsparen?

23 Antworten

Kommentare

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    Ich stimme moep zu: bei vielen Dingen von den Sachen wo ihr sparen wollt, habe ich noch nie Geld für ausgegeben . . . also geht es euch/uns sehr gut . . . (Ausnahmen bestätigen die Regel . . .)

    Anfügen möchte ich noch: nicht nur die kommende, letzte, und vorletzte Regierung ist "unfähig" gewesen, sondern dann müssten alle vorhergehenden auch mit eingeschlossen werden . . . blickt man in andere europäischen Länder, dann wurden dort vor kurzem z. T. sehr erfolgreiche und auf Nachhaltigkeit bedachte Regierungen abgelöst, weil sie einfach von ihrem Überschuss was an die Seite legen wollten und das hat den Wähler nicht gefallen . . . Was ich damit sagen will?
    Offenbar ist der Mensch nicht in der Lage für die zukünftige Generation zu entscheiden, sondrn orientiert sich an dem was jetzt passiert . . .

    Noch zur Artikelfrage: 15 % weniger per Rasenmähermethode bei mir . . .

    04.11.2005, 16:38 von Klabautermann
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    Wenn man sich mal ansieht, wie so mancher Haushalt wirtschaftet, da fragt man sich dann schon nicht mehr, wo die Schulden herkommen.

    Man braucht sich nicht wundern, dass die Kohle knapp wird, wenn einmal oder mehr pro Woche weggegangen wird und an einem Wochenende locker 50 Euro draufgehen, dazu kommt überflüssiges Rauchen (100 Euro / m), überteure Autos (wuah ... von 100 bis 500 Euro / m, je nach Zustand des Schrotteimers) und so weiter und so fort.

    Abgesehen davon mangelt es einem Großteil der Bevölkerung ganz offensichtlich an grundlegensten Fähigkeiten kaufmännischen Handelns.

    Zum Beispiel ist es mir völlig unbegreiflich, wie jemand längere Zeit im Dispo verweilen kann. Wenn man die Zinsen dafür auf's Jahr hochrechnet, kommt man auf beachtliche Beträge.
    Oder wie jemand von zu Hause ausziehen kann (sodenn es im guten geschieht), ohne finanzielle Rücklage - was nämlich meist in eben genannter Dispospielerei endet.

    Was den bundesdeutschen Haushalt betrifft: diese Regierung (und die vorherige) besitzt schlicht und ergreifend keine kompetenten Personen, die in der Lage sind, den Haushalt zu führen.
    Es ist doch kein Wunder: zum einen wird JETZT ERST bundesweit die altbackene Kammeralistik gegen die Doppik ausgetauscht (Zeit wird's) und zum anderen regieren überwiegend Juristen dieses Land und jetzt sogar mit einer Flachzange von Physikerin, die keinerlei Erfahrung im Bereich Wirtschaft oder Finanzen hat (was zwingend notwendig ist für den Posten). Und der einzige, der Ahnung von der Materie hat, sitzt auf dem einzigen Posten, der noch weniger beudeutsam ist, als der "neue" Kanzlerposten - er ist "nur" Bundespräsident.

    Solange sich das nicht ändert und mancher seine Kohle sinnlos verballert und "Sparen" ein Fremdwort ist, wird das Gejammer weitergehen ...

    27.10.2005, 12:13 von moep
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    Ich würde versuchen, am Essen zu sparen: keine Süßigkeiten mehr, Alkoholkonsum runter (is´ eh gesünder) und keine Extravaganzen a la "französische Ringsalami von Aoste" mehr. Ausserdem noch weniger ausgehen (obwohl ich das eh schon nicht mehr so häufig tue).

    Noch weniger meine Eltern besuchen fahren oder billige Ländertickets nehmen, auch wenn ich dann nette 3 (und gefühlte 8) Stunden länger unterwegs bin.

    Endgültig keine Klamotten mehr kaufen und VERSUCHEN, keine Bücher mehr zu kaufen (Schwierig, schwierig).

    26.10.2005, 11:38 von Chocolatelove
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      @Chocolatelove obwohl die französische Ringsalami von Aoste sehr lecker ist...ich würd einfach nicht sorgfältiger auswählen für welche party es sich lohnt 5-10 euro schon am eingang auf den tisch zu legen

      30.10.2005, 09:20 von kenonu
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    da gehts mir wie sternentaenzer: allein mit drei kindern... einkauf bei aldi und co, kein problem; soda-club, ja; fahrgemeinschaft zur arbeit, auch; heizung runter, duschen statt baden, energiesparlampen, standby aus. alles soweit, so gut. aber wo kann man nun noch sparen? wo ich die 15% hernehmen soll? keine ahnung. vielleicht die klassenfahrten der kinder? vielleicht das taschengeld oder die weihnachtsgeschenke der kinder? naja.

    26.10.2005, 09:55 von haiskai
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    wer braucht schon geld???

    26.10.2005, 01:42 von dude76
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      @dude76 Naja, früher reichten ja die berühmten Ölquellen. Aber ich hab gehört, das Öl wird knapp. Da sollte man wieder zu herkömmlichen Sachen, wie Geld zurückkehren.

      26.10.2005, 09:34 von Sirius
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    Das Risiko besteht in einer Radikalisierung der Bevölkerung!

    25.10.2005, 16:23 von ulf
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      @ulf zuviel radikale Sparer oder was ?

      25.10.2005, 17:17 von Composer
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