christian_keul 10.01.2005, 16:53 Uhr 5 0
NEON täglich

Ich, Messie?

Manchmal mache ich meine Schubladen auf und bin entsetzt, was ich noch nicht alles weggeworfen haben - aber davon trennen kann ich mich auch nicht.

Sich von Objekten zu trennen kann manchmal so schlimm sein, wie von einem lieb gewonnenen Freund Abschied zu nehmen. Manchmal muss es trotzdem sein, zum Beispiel bei einem Umzug. Für mich eine schreckliche Entscheidung: Was darf mit, was muss zurückbleiben? Mein altes Fahrrad, dass zwar schon fast auseinander fällt wenn man es nur anschaut: jahrelang hat es mich zuverlässig bei Wind und Wetter getragen, auf mich gewartet, auch wenn es schon spät war – raus aus dem Schuppen und auf den Sperrmüll damit. Genauso die Kommode, die jahrelang bei Oma im Keller stand und bis jetzt jeden Umzug mitmachen durfte, nur um dann auch bei mir gleich wieder im Keller zu verschwinden. Ich werde euch vermissen.

Wahrscheinlich geht es aber oft nur um den Gedanken „Bloß nichts wegwerfen, man könnte es vielleicht doch noch gebrauchen.“ So machen meine Unterlagen aus dem Grundstudium natürlich jeden Umzug mit, genauso wie meine Hefte aus der Schule. An einigen Gegenständen hängen aber auch einfach zu viele Erinnerungen, so dass man sich für nichts auf der Welt davon trennen möchte. Z. B. diese zwei vollen Kartons mit Postkarten und Fotos. Nie im Leben werde ich darin noch was finden, wenn ich wirklich etwas suche sollte, und nein, wirklich oft schaue ich da eigentlich nicht rein. Aber natürlich kommen auch die immer mit.

Könnt ihr euch leicht von Sachen trennen? Was habt ihr noch auf dem Dachboden oder in irgendwelchen Schubladen, was ihr immer behalten werdet und welche Erinnerungen verbindet ihr damit? Und was könnte dringend mal aus eurer Sammlung fliegen?

5 Antworten

Kommentare

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    Warum ist uns die Leichtigkeit des Seins verloren gegangen? Frei nach dem Vorschlag des Buches "Simplify your life" von Werner Tiki Küstenmacher belasse ich den Teil meiner Habe nach einem Umzug so lange in den Umzugskisten, bis ich sie ohne noch einmal zu öffnen auf den Müll werfe (@NIKITA: ... "Immunität" handel ich genauso!) Ich liebe Bücher, die uns beschreiben, wie man einfacher und glücklicher lebt; die uns zu Laienpsychologen bilden und die uns bei der Selbstanalyse helfen. Aber letztendlich muss jeder Mensch seinen Sinn des Lebens und wie er diesen Weg beschreitet, eigenständig herausfinden.
    Ausgangspunkt in "simplify your life" ist die Entrümpelung des Arbeitsplatzes und das Entwirren der Umgebung. Wer weiß denn noch, welche Dinge er auf dem Dachboden oder/und im Keller hortet? Benötigt man all diese Dinge zum glücklich sein oder sind vielleicht doch eher belastend?

    11.01.2005, 11:28 von biloba
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    I. Geniale Menschen sind selten ordentlich, ordentliche selten genial.

    II. Nichts kann existieren ohne Ordnung - Nichts kann entstehen ohne Chaos.

    11.01.2005, 04:25 von emily_spitfire
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    Lieber Christian,
    Du wirst wohl auf der ganzen Welt keinen schlimmeren Messie finden als mich. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, daß ich so sehr an den Sachen hänge, sondern umgekehrt, ich hänge mich mit den Sachen an meine Wohnung, ich strecke quasi Wurzeln aus, Wurzeln aus allerlei angehäuften Dingen, vor allem Papier, und das macht es mir unmöglich, auszuziehen, denn ich hasse Umzüge wirklich aus tiefstem Herzen. Ich habe dabei wirklich buchstäblich das Gefühl, aus dem Boden gerissen zu werden. Im Grunde habe ich mich damit abgefunden. Aber manchmal wäre ich gerne so wie meine Vorredner. Vor allem auch meiner Mitmenschen wegen, die immer über mein Chaos seufzen, denn auf der Arbeit ist es nicht anders als zu Hause. Wo ich hinkomme, werden Papierstapeltürme errichtet, und das Schlimme ist: Ich finde immer alles wieder und habe daher auch keinerlei Anreiz zum Aufräumen. Kommentar einer früheren Kollegin, als ich damals bei meiner Zeitung "ausgezogen" bin: "Oh, Caterina, man hat Deinen Schreibtisch wiedergefunden!"

    11.01.2005, 01:56 von CarolR
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    Ich bin ein super Aufräumer und habe nach 8 Umzügen in fünf Jahren folgendes System entwickelt:
    Ich schmeisse alles was ich habe auf den Boden. Dann teile
    ich es in drei Häufen – Dinge, die ich im letzten Jahr mehrmals in der Hand hatte und benützt habe landen auf
    Haufen Nummer eins; Dinge, die ich im letzten Jahr höchstens einmal in der Hand hatte auf Haufen Nummer zwei; und Dinge, die ich im letzten Jahr überhaupt nicht benutzt und beachtet habe auf Haufen Nummer drei. Haufen
    Nummer drei wird kurz und schmerzlos weggeworfen. Haufen Nummer eins wird wieder eingeräumt und bei Haufen Nummer zwei bei jedem Stück entschieden auf welchem seiner Nachbarhäufen es letztendlich landet.

    Immunität geniessen: Fotos, Bücher, Platten, CDs, Briefe
    Alles andere wird weggeschmissen.

    Das einzige was ich hüte ist eine in Alufolie verpackte
    gebrauchte Sportsocke von einem dahingegangenen Ex-Lover, warum? - das sag ich nicht.

    10.01.2005, 17:20 von nikita
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