LivoGar 09.09.2011, 16:28 Uhr 21 17

Ich hätte gerne ADS

Was ist, wenn gar nichts geht und keiner ist schuld?

Ich hätte gerne ADS. Oder: Eine Psychose vielleicht. Etwas, das einen Namen hat. Für das man bemitleidet wird oder schräg angeguckt. Gesellschaftlich akzeptiertes Schräg-angeguckt-werden.
Etwas, das mich erklärt.
Mich und meinen furchtbaren Drang nach Nichtstun.
Mich und meine kruden Gedanken.
Meine vermeintliche Fülle, die doch nur Leere ist.
Weil nichts raus muss. Wo nichts ist, kann nichts raus.
Wo nichts raus kommt, ist Stillstand.
Das ist OK, wenn es irgendwie heißt.
Depression, oder Schizophrenie oder Burnout oder Quarter Life Crisis.
Dann können es alle verstehen und ordentlich wegsortieren.
Dann gibt es Pillen und Schulterklopfer und vorgetäuschtes Verständnis und Selbsthilfebücher und Selbsthilfegruppen.
Dann gehört man irgendwo dazu.
Aber was ist, wenn man einfach nur leer ist, einfach nur faul, einfach nur unentschlossen und vor Allem: Traurig, einfach so?
Ohne Namen, ohne Diagnose, ohne Pillen und schon gar nicht mit Erklärung?
Was ist, wenn gar nichts geht und keiner ist schuld?
Was ist, wenn das Leben einem nichts schuldet, man es aber trotzdem mit Warten verschwendet?
Auf das Große, die Erkenntnis, den Beginn, das Ende der Suche?
Was ist, wenn währenddessen all die Dinge die man tun müsste, wollen müsste, langsam Patina kriegen vor Nichtbeachtetwerden, wenn sich Rechnungen stapeln und die Semesterzahl wächst, von einem Studium, das man nie wirklich machen wollte, das aber immer irgendwie weiterging, bis man kurz vor Schluss plötzlich hoppla! Denkt.
-und dann gar nichts mehr?
Was ist, wenn das Denken einfach endet, an seine Grenzen gekommen, wenn sich alles vor lauter ÜberdenTellerrandgeblicke beginnt, aufzulösen, bis man schwerelos wird vor Wahlmöglichkeit, bis einem die unendliche Weite ein Gipskorsett umlegt?
Was ist, wenn das ganze Gewarte und Gedenke und Gesuche und Verstehenkönnen einen in ein Kaleidoskop verwandeln, 7200 Perspektiven durch ein Auge und ein kleines Loch?
Was ist, wenn einen all diese Perspektiven und das Gewarte und das Gedenke und das Verstehenkönnen in die Untätigkeit lähmen, bis in die Leere hinein, aus der nichts raus muss und in die nichts mehr reingeht?
Wenn man einfach rausfällt aus der Wohlgeordnetheit, obwohl man so aussieht wie alle Anderen, so redet, so lacht und so tut, immer die ganze Zeit ganz normal –tut?
Wer guckt einen dann schräg an?
Oder sind alle gleich schräg, gleich ungeordnet, gleich überfordert, nur manche nennen es Burnout und manche nennen es schwere Kindheit und manche denken einfach. Verdammt noch mal. Nicht die ganze Zeit. Drüber nach!?
Was ist überhaupt, wenn man sie nicht hatte, die schwere Kindheit, die soviel erklären könnte, aufgearbeitet werden, ad acta gelegt? Was ist, wenn man immer nur dauernd Glück hatte und trotzdem nichts (wollen) kann?
Dann leidet man endlich vielleicht doch an Etwas, was einen Namen hat:
An einem akuten Fall überbordenden Selbstmitleids.
An der ganz normalen Erkenntnis, gewöhnlich zu sein.
Und daran, dass eine Hausarbeit geschrieben werden muss, um abgegeben,
Geld verdient, um ausgegeben, eine Wohnung renoviert, um bezogen werden zu können.
Und daran, dass all das keinen Spaß macht.
Und man es trotzdem wollen muss.
Ob man will, oder nicht.

17

Diesen Text mochten auch

21 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    mensch, tut mir richtig leid, das du keine schwere kindheit hattest!


    aber hey, ich kann dir sagen, jeder der eine krankheit hat wünscht sich gesund zu sein und du wünschst dir eine krankheit zu haben um deine faulheit erklären zu können. hm hm hm, irgendwas kommt mir daran merkwürdig vor.

    dir kommt dein text vielleicht wahnsinnig 'gegen-den-strom' - mäßig vor. aber im grunde ist er eigentlich nur peinlich.
    glaub mir, ich weiß wovon ich rede. im gegensatz zu dir


    15.01.2012, 14:41 von FrauTina
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Als ich den Titel las, dachte ich auch zuerst Pffft, da redet jemand über ADS, wertet es ab, und hat keine Ahnung, aber als ich weiterlas, verstand ich, worauf die hinaus willst. Ich denke, benedictsmutter brauch sich in der Form keine Sorgen machen, dass hier die Krankheit verpönt wird. Ich glaube vielmehr, das ist der verzweifelte Aufschrei jemandes, der nicht weiß, was mit ihm ist, der Hilfe braucht, aber nicht mal ausdrücken kann, wofür genau. Ist mit Sicherheit kein schönes Gefühl, denke ich.

    01.12.2011, 20:46 von topfbluemchen
    • Kommentar schreiben
  • 0

    dieser text sollte von der redaktion gelöscht werden!

    gez.
    die mutter eines ads kranken kindes!

    11.10.2011, 13:07 von benedictsmutter
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Mir fällt gerade eine begebenheit ein, die ich miterleben konnte. In einer Bahn zeigte ein Mann seinen Behindertenausweis, um sich den ihm zustehenden Sitzplatz zu bekommen. Daraufhin meinte die Frau, die den Platz räumen musste: "Toll, wenn man so einen Ausweis hat..." Applaus bekam sie keinen.... jetzt würde ich mal nachdenken....

    20.09.2011, 18:33 von Deutschfluesterer
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich hätte gerne... ich wäre gerne... warum bin ich nicht..? Und dann... Nichtstun und der Drang danach. Hm. Das erinnert mich an den Teppich, der ja bekanntlich liegen bleiben kann. Vielleicht wäre er gerne ein "Fliegender Teppich"...! ADS als Hook? Sehr bedenklich, wenn man (nicht) weiß, was man da so schreibt. Ich kann nur hoffen, dass der Autor weiß, wovon er schreibt...

    20.09.2011, 18:30 von Deutschfluesterer
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Okay... Das ich rot gesehen habe ist mir entgangen. Das ADS nicht das Thema ist nicht. Aber das der Text eine Aneinanderreihung von Schwachfug ist auch nicht. Eine platte Ausschlachtung billiger Klischees.

    09.09.2011, 20:27 von Inselregen
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @Lasziv dein bester bisher, mit abstand.

      10.09.2011, 20:55 von Kocmonabt
  • 0

    Ja. Genau das ist es was ich tue. Rumpimmeln. Keine Rechnungen zahlen. Mich scheiße benehmen. Ich darf das. Ich hab ADS. Nicht zu vergessen: Das erhabene Gefühl von Dazugehörigkeit. Zu einer Gruppe, die sich in solchen Texten wiederfindet. In einem Atemzug genannt mit Psychosen. :D

    Die hellste Kerze auffe Torte scheinst du nicht zu sein, in Kombination mit deiner Faulheit vielleicht der Grund für das Scheitern...

    09.09.2011, 18:48 von Inselregen
    • 0

      @Inselregen intention des textes nicht verstanden.
      ads gesehn - gefühl gehabt das das einer wuuhuuu nicht ernstnehmen könnte - rot gesehn. diesen kommentar geschrieben.

      hier gehts nicht um ads - hier gehts um was anderes. lies nochmal und versuchs rauszufinden - entzünde deine tortenkerze!

      wünscht dir viel erfolg dabei:
      deurich

      09.09.2011, 18:56 von Der_Misanthrop
    • 0

      @Der_Misanthrop Liecht hier ein Gewölle rum. Unklauplich.

      *zum Besen greif*

      09.09.2011, 19:00 von krupp
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Also am besten ist Alkohol. Man kann den Leuten erzählen, dass man Suffi ist und Suffi sein oder man erklärt den Leuten, dass man krade trocken ist und auch trocken sein. Oder man mixt das ganz herrlich. Z.B. vorzugeben, Suffi zu sein und doch trocken (ok, das ist eher langweilig), aber andersrum machst einen Heidenspaß und diese Gedanken, all dieses Zeuchs, das geht im Nu weg und löst sich wohltuend auf in fiesen Kopfschmerzen. Aber gibbet ja Medizin für.

    Prost!

    09.09.2011, 18:34 von krupp
    • Kommentar schreiben
  • 0

    das ist es.

    09.09.2011, 18:10 von Der_Misanthrop
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2