Keenacat 17.07.2007, 12:07 Uhr 35 38

Happy Pills

Medikamente für die Seele und warum sie manchmal einfach nötig sind.

Eigentlich wollte ich niemals irgendwelche Tabletten schlucken, um mit meinen wiederkehrenden Depressionen zurecht zu kommen. Ich war immer der Meinung, stark genug zu sein und keine pharmakologische Krücke zu benötigen. Schließlich hatte ich es schon einmal geschafft, nur mit Willenskraft und einer Verhaltenstherapie. Über zwei Jahre bin ich danach völlig beschwerdefrei gewesen.

Vor einiger Zeit schlichen sich alte Probleme wieder ein. Eklige kleine Gedankengänge, die ich nur allzu gut kannte. Das Studium fing an, mir schwer zu fallen und meine Stimmung war gereizt. Aber ich wusste ja, was zu tun war. Psychologische Beratungsstelle, Überweisung an eine Therapeutin. Alles lief und ich war so stolz, dass ich diesmal nicht bis zur völligen Funktionsunfähigkeit gewartet hatte.

Bei Depressionen liegt ein Ungleichgewicht der Botenstoffsysteme im Gehirn vor. Die Betroffenen verspüren vielfältige Symptome. Typisch sind beispielsweise Antriebslosigkeit, dauerhaft gedrückte oder gereizte Stimmung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, generalisierte Unruhe und Nervosität sowie Anhedonie (die Unfähigkeit, Dinge zu genießen). Besonders die Antriebslosigkeit kann die Bewältigung des Alltags stark einschränken. Eine Kaffeetasse auszuspülen kann sich als unüberwindbare Hürde erweisen.

Psychotherapien nehmen tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Botenstoffsysteme. Unser Körper und unsere Psyche stehen in reger Wechselwirkung und wir können über psychologische Einflussnahme den Gehirnstoffwechsel direkt verändern. Psychotherapien sind also nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper heilend. Umgekehrt können organische Krankheiten Depressionen auslösen, ein klassisches Beispiel ist die Schilddrüsenunterfunktion. Wir können also auch über den Körper Einfluss auf die Stimmung nehmen, entweder durch die Behandlung einer Grunderkrankung oder durch direkte pharmakologische Einflussnahme auf unser Gehirn.

Am Ende des Semesters zog mein Vater zu einer anderen Frau. Von einem Tag auf den anderen, völlig unerwartet. Ich war wie gelähmt, konnte und wollte es nicht glauben. Die Therapie war noch viel zu lange hin, über die Semesterferien wollte ich schließlich daheim sein und musste es jetzt auch. Kurz darauf war ich wieder zu Hause und versuchte, meiner Mama und meinen Schwestern Unterstützung zu geben und meine Probleme hinten anzustellen.

Alles war wie im falschen Film. So etwas passiert doch immer nur den anderen. Ich schlief extrem schlecht und irgendwann konnte ich gar nicht mehr schlafen.
Da kam die Einsicht, dass ich es allein nicht schaffe. Ich bat meinen Hausarzt zunächst um eine Schlafhilfe und erhielt ein trizyklisches Antidepressivum, das niedrig dosiert meinen Schlaf zurückbringen sollte.

Trizyklika sind die ältesten Antidepressiva auf dem Markt. Sie wirken im Gehirn auf mehrere Signalsysteme gleichzeitig und sind deshalb sehr wirksam, auch gegen sehr schwere Fälle von Depressionen. Ihr Nachteil liegt in den häufigen und teils schweren Nebenwirkungen, die sie verursachen können. Deshalb werden sie in den üblichen Dosierungen eigentlich nur noch bei schweren Depressionen genutzt. In meinem Fall sollte eine sehr niedrige Dosis vor allem sedieren und den Schlaf fördern.

Die Dosierung muss langsam einschleichend geschehen. So erhöhte ich in Absprache mit meinem Arzt nach und nach die Dosis. Bald schlief ich wieder durch und meine Stimmung besserte sich ebenfalls etwas. Ich war unheimlich dankbar. Das Medikament erleichterte mir die Aufgabe, für meine Familie da zu sein. Die Semesterferien gingen vorbei und ich versuchte, meinem Studium trotz der Umstände wieder wie üblich nachzugehen.

Dann machte ich Bekanntschaft mit den UAWs, den unerwünschten Arzneimittelwirkungen (vulgo Nebenwirkungen). Obwohl ich noch weit unter der Menge war, die für eine generelle Bekämpfung von Depressionen eingesetzt wird, nahm ich in kurzer Zeit sechs Kilogramm zu. Wenn man sowieso ein Problem mit sich selbst hat, ist so eine Gewichtszunahme eine Katastrophe. Nebenwirkungen sind besonders bei Antidepressiva kritisch, weil sie den Behandlungserfolg regelrecht sabotieren. So ging es auch mir. Die Selbstzweifel kehrten neu gestärkt zurück, da halfen auch besserer Schlaf und leicht gehobene Grundstimmung kein Stück weiter.

Nach einem Heulkrampf morgens auf der Waage ließ ich mir von meinem Mainzer Hausarzt einen Termin geben. Er hörte sich meine Probleme an und schlug vor, das Medikament zu wechseln. Seit der Einführung der Trizyklika hat sich eine Menge getan. Es sind inzwischen sieben verschiedene Klassen von Antidepressiva auf dem Markt, die Trizyklika sind nur eine davon. „Klasse“ bedeutet, dass mehrere Wirkstoffe anhand bestimmter Kriterien (chemischer Bau, Wirkung) zusammengefasst werden. Jede Klasse hat ihren eigenen Wirkmechanismus, aber alle Klassen erhöhen die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Gehirn.

Die Klassen unterscheiden sich zum Teil erheblich. Die moderneren Antidepressiva haben weniger Nebenwirkungen, weil sie selektiv nur in ein oder zwei Botenstoffsysteme eingreifen. Dadurch sind manche allerdings nur bei leichten bis mittelschweren Depressionen wirksam. Zudem unterscheiden sich einzelne Klassen und sogar einzelne Wirkstoffe der gleichen Klasse in ihren Auswirkungen auf die Symptomatik. Manche Wirkstoffe heben vor allem die Antriebslosigkeit auf, andere beruhigen, entspannen und reduzieren den Antrieb manchmal sogar. Einige werden auch gern in der Behandlung von Angststörungen und Zwangserkrankungen eingesetzt und wirken auch bei Depressiven vor allem gegen dergestaltige Probleme. Viele Stoffe verbessern die Stimmung und regen den Appetit an.

Wegen dieser Vielfalt werden Antidepressiva oft kombiniert. Es ist keine Ausnahme, dass Patienten zwei oder noch mehr Medikamente zur gleichen Zeit erhalten. Diese Kombinationen sollten allerdings nur vom Facharzt zusammengestellt werden. Auch bei schweren Symptomen muss ein Facharzt hinzugezogen werden, beispielsweise sollten antriebssteigerne Stoffe an suizidale Patienten nur unter strenger Überwachung gegeben werden. Die Antriebslosigkeit kann nämlich genau der Faktor sein, der den Patienten am Ausführen des Suizids hindert und ein Aufheben dieses Faktors kann dann eben zum gelungenen Suizid führen.

Ich erhielt auf jeden Fall ein tetrazyklisches Antidepressivum, das ich immer noch nehme. Seit der Umstellung habe ich vier Kilo wieder verloren und meine emotionale Situation ist viel stabiler. Momentan fühle ich mich fast gesund. Trotzdem warte ich darauf, dass der ganze bürokratische Kram für die Therapie erledigt ist und ich damit beginnen kann. Denn dauerhaft möchte ich meine Happy Pills, die mir das Leben so viel leichter machen, nicht nehmen müssen. Antidepressiva können in schwierigen Lebenslagen eine wichtige und nötige Unterstützung sein und sind für schwer Depressive unbedingt nötig, eine Schutzwirkung auch nach Ende der Behandlung hat jedoch nur die Therapie.

Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie Hilfe finden und annehmen können."Wichtige Links zu diesem Text"
Netdoktor zu Antidepressiva
Kompetenznetz Depression - Hilfe und Selbsthilfe

38

Diesen Text mochten auch

35 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    mir fehlt die aussage des textes irgendwie. ja, du möchtest informieren, aber darüber hinaus ist mir der artikel ein wenig zu oberflächlich/sachlich geraten. nach diesem titel jedenfalls habe ich auf einen persönlich- wertenderen text gehofft.

    vielleicht bin ich da auch etwas voreingenommen, weil mein wissen über antidepressiva im spezifischen und psychopharmaka im allgemeinen aufgrund persönlicher erfahrungen (10 verschiedene medikamente in 4 jahren) bereits beträchtlich ist.

    28.11.2007, 01:10 von queen_mum
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ein super Artikel...

    Ich find's toll, wenn Menschen offen über solche Dinge reden. Außerdem find ich's toll, dass Medikamente hier nicht als Allheilmittel angepriesen werden.
    Ich kann dazu nur sagen, jeder Mensch ist ein Individuum und so verträgt auch jeder Mensch Antidepressiva mehr oder weniger. Ich habe Freunde, die nehmen Antidepressiva seit längerer Zeit und es geht ihnen gut damit, andere haben das Präparat gewechselt und auch Besserung erfahren. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sie sich auch negative Auswirkungen haben können. Wie im Text erwähnt hab ich durch die Antidepressiva auch zugenommen und da ich ne leichte Essstörung habe, hat das zum Supergau geführt. Am Ende hab ich die Notbremse gezogen und die Tabletten nicht mehr genommen, da ich heute wahrscheinlich sonst nicht mehr hier wäre.

    Das ist meine Erfahrung. Wenn mich jemand fragt, ob ich Antidepressiva genommen habe und ob ich das gut finde, dann antworte ich, dass das jeder für sich selbst herausfinden muss. Ich nehme keine, weil ich besser ohne leben kann, aber ich kenne Menschen, die ohne sie nicht leben können oder vielleicht auch nicht mehr leben würden.

    Ich bin froh, dass es sowas gibt und mag es überhaupt nicht, wenn Menschen meinen, dass man sich zudröhnt.

    Super Text :)

    20.10.2007, 08:28 von Nea
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Es ist pervers das bei dem Artikel am Rand eine Werbung für ein Buch zur selbsthilfe bei Angst und depressionen auftaucht.

    Ansonsten finde ich ist es ein bisschen zu häufig einfach nur der Stoffwechsel. Klar: Ohne Medikamente gehts manchmal nicht und Trizyklika nimmt man ja auch nicht zum Spaß. (Bei Zyprexa wirds dann unangenehm und bei Haldol hört jede Hypochonder auf zu existieren) Auf die Gefahr hin mir Feinde zu machen: Depressionen sind ein Trend, Melancholie hat ein "Chick" und Antidepressiva, die Frage ob die nun abhängig machen oder nicht ist übrigens bedeutend schwerer zu klären als einem auf den ersten "klick" durch Foren, Pharmaindustrieseiten und Neuroratgebern suggeriert wird, da durchaus absetzerscheinungen auftreten können, irreperable Gemütsanomalien nach dem Absetzen eintreten können und über Fluoxetin (Prozac) sogar Berichte von gewöhnungserscheinungen existieren die eindeutig auf das Mittel zurück zuführen sind, sind zu einem "Mittelchen" das zu nehmen sich allzueinfach rechtfertigen lässt. (Ich verweise an dieser Stelle....:) auch an meinen Artikel "Bipolar..." als kleine aber wenigstens angemessene Werbung meinerseits:)) Eine weitere "Antistigmatisierung" spielt, denke ich, lediglich in die fett gefüllten Taschen einer skrupellosen Pharmaindustrie.

    Trotzdem ist der Artikel natürlich sehr gut geschrieben:) !

    11.10.2007, 22:26 von asksighn
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich habe mich jahrelang gegen Medikamente gewehrt, habe versucht, mit dem Verstand gegen Angst und Depressionen vorzugehen. Meine erste Pille war ein erschreckendes Erlebnis. Erschreckend, weil sie so gut wirkte und ich mich zum ersten mal nach langer Zeit wieder richtig gut fühlte. Erschreckend, weil es so einfach ist.

    Meine erste Therapie hat nichts gebracht, zum Glück aber habe ich das Pillengeschlucke unter Kontrolle. Hoffe für dich das Beste!

    19.09.2007, 18:43 von Mickey
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Bis jetzt konnte ich mir unter antidepressiva nicht sehr viel vorstellen da ich mir nicht vorstellen kann wie solche kleinen pillen deinem gehirn und deinem verstand helfen... danke jetzt weiss ich bescheid!!

    29.08.2007, 11:51 von Vasco-Da-Gama
    • Kommentar schreiben
  • 0

    offener text zu einem oft togeschwiegenen thema. ich finde deine einstellung vernünftig, vor allem, dass du sobald es dir besser geht auch ohne pillen auskommen willst. Ich drück dir die daumen, dass das bald der fall sein wird.

    15.08.2007, 22:06 von stayorleave
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Respekt.
    Ein toller Text über ein schweres Thema. Ich bin selbst betroffen, weiß nur zu gut wovon du sprichst und ich finde es toll dass du so offen damit umgehst.
    Hab den Text mit einem Lächeln auf den Lippen gelesen und wünsch dir eine gute Zeit, ganz viel Kraft und Schlaf!!

    lg pixi

    01.08.2007, 10:39 von blue_pixi
    • Kommentar schreiben
  • 0


    Keenacat schrieb:
    "bezüglich des angeblichen ursache-wirkung-krei slaufs wurde weiter unten schon was gesagt. die meisten depressionen haben keine konkrete ursache, oder die ursache liegt lang in der vergangenheit und hat sich längst erledigt (ist bei mir beispielsweise der fall)."

    Das ist nicht richtig. Jede Depression hat eine Ursache, etwas anderes zu behaupten ist wohl nicht so gut. Der Depressive selbst empfindet seine Depression jedoch oft als grundlos, weil er diesen oft nicht identifizieren kann. Der Unterschied zwischen endogener und exogener Depression ist einfach, dass die endogene sich auf "innere Ursachen" stützt, das wären dann zum Beispiel Erbfaktoren und von exogener Depression spricht man, wenn es äussere Einflüße einwirken, beispielsweise Stress.

    Keenacat:
    "es GIBT sedierende antidepressiva, das sind allerdings wenige und sie werden nur bei konkreter indikation eingesetzt.
    die annahme, man würde unter ads emotionslos dahin vegetieren ist schlicht falsch.
    soviel dazu."

    Da bist du wohl falsch informiert in Bezug auf die sedierenden ADs. Tatsächlich werden häufig erstmal dämpfende ADs verschrieben, gerade bei Erstbehandlung von Depressionen, weil die Gefahr des Suizids bei einer antriebssteigernden Wirkung zu groß ist. Besonders bei schweren Fällen wird zuerst auf sedierende, also schlaffördernde Mittel, gesetzt. Wie du schon geschrieben hast, kann diese Antriebssteigerung im Affekt die Triebfeder für einen Umsetzen der Suizidgedanken sein.
    Des weiteren ist es bei vielen ADs so, dass man sich wie in Watte gepackt fühlt. Man fühlt sich nicht richtig gut, aber auch nicht schlecht, was dann sogesehen wieder ein kleiner Erfolg ist, auf das sich Gutfühlen arbeitet man ja hin. Emotionslos dahinvegetieren kann man das vielleicht nicht nennen, jedoch gibt es bis Heute keine repräsentativen Langzeitstudien, die sich eben mit der Langzeitwirkung beschäftigen. Allein das würde mir als kritischen Mensch schon etwas zu denken geben.
    Ausserdem gibt es eine Gruppe von ADs die abhängiger als Heroin machen können. Benzodiazepine, die allerdings auch nur bei schweren Fällen verordnet werden. Jedoch fühlen sich für einen Betroffenen auch kleine Depressionen schon schlimm an. Welche Depression ist schon nicht schlimm. Es gibt allerdings ein breites Spektrum.

    22.07.2007, 05:34 von Souljabeatz
    • 0

      @Souljabeatz --> was ursache und wirkung angeht: oben war von ''ursachen'' im sinne einer exogenen einwirkung/lebensumständen etc. die rede. war eigentlich aus dem gesprächverlauf ersichtlich. idiopathische depressionen haben eben keine ursache in dem sinn. das ist das wesen einer idiopathischen erkrankung. ;) erbfaktoren können schon deswegen nicht als konkrete ursache dienen, weil sie in solchen fällen nur als risikofaktoren wirksam sind und die krankheit nicht in jedem fall auslösen.
      aber das sind feinheiten...

      darauf, dass man nicht in jedem fall die gleiche sorte ads gibt, bin ich doch sowohl im text als auch in meinen antworten mehrfach eingegangen? die suizidproblematik hab ich sogar ausdrücklich erwähnt. und lang nicht jeder depressive ist auch suizidal. die diagnosekriterien von dsm IV und icd 10 sind inzwischen so weit, dass auch sehr leichte fälle erfasst werden.
      benzodiazepine sind übrigens keine antidepressiva, sondern eine eigene gruppe wirkstoffe. der begriff ''antidepressivum'' ist definiert und bezieht sich nicht grundsätzlich auf alles, was bei depressionen und verwandten störungen zur anwendung kommen kann. auch lithium gilt nicht als ad, obwohl es sehr gerne benutzt wird (suizidprophylaxe).

      22.07.2007, 15:40 von Keenacat
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Tschoern:
    "P.S.: Wer patzig oder ängstlich (je nachdem) in die Richtung argumentieren will, dass Antidepressiva die "Persönlichkeit verändern" könnten ... sollte a) mal darüber nachdenken, was alles Tag für Tag an Einflüssen auf Geist und Körper einwirkt, b) eigene Tagebucheintragungen durchlesen, die älter als sechs Monate sind."

    Diese Einwände sind ja nicht unberechtigt. Ob man ADs als persönlichkeitsverändernde Mittel sieht oder nicht hängt einzig und allein vom Blickwinkel ab. Bei einer angeschlagenen Person, die in Betracht zieht, ADs evtl. auszuprobieren, kann die Sicht auf diese Mittel, über die man schon soviel gehört hat entsprechend positiver sein, als bei anderen.
    Ich bin nicht für eine Verharmlosung von Mitteln welche die Bluthirnschranke überwinden können, das ist anderen Medikamenten unmöglich und das aus gutem Grund. Sie greifen aktiv in einen Botenstoffwechsel ein, der sich in unserem Kopf befindet. Es ist ein sehr empfindliches Gleichgewicht, auf das da eingewirkt wird und dieses kann auch mal aus der Bahn geraten. Inwieweit man in diesen difficilen Vorgang eingreifen will durch Medikamente, muss Jeder selber wissen, aber ich bin gegen einseitige Sichtweisen.

    22.07.2007, 05:33 von Souljabeatz
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Mich stört hier gewaltig, daß der Eindruck erweckt wird man müsse sich "nur eben" ein paar Pillen reinwerfen und dann ist gut. Ich nehme seit einem halben Jahr ADs und es hat erstmal 2 Monte gebraucht bis die Dinger richtig angefangen haben zu wirken. Ich hatte eine ganze Weile nebenbei noch Dämpfer und Schlafmittel, aber je länger ich die ADs nahm desto weniger brauchte ich die anderen. Man kann eine Bahndlung mit ADs nicht mal eben einen Monat lang machen, sondern das dauert länger. Ich muß sagen, daß ich keine Nebenwirkungen habe, bis auf leichte Nervosität und daß ich selber merke wie ich auf Krisensituationen gelassener reagiere und neuen Antrieb habe.
    Das Märchen daß man ein paar Wochen lang das Zeug schluckt und dann ist gut sollte man ganz schnell wieder vergessen. Es braucht nach langer Einnahme auch teilweise 2 Jahre bis man die Tabletten ausgeschlichen hat, weil es sonst zu schweren Rückfällen kommen kann.
    Und was die Persönlichkeitsveränderung anbelangt kann ich nur sagen, daß das totaler Humbug ist. Die Dämpfer können das bewirken, aber auch nur solange sie eingenommen werden. Die ADs selber nicht.
    Also jeder der hier so einen Quatsch schreibt und gegen ADs wettert hat selber entweder nie welche genommen oder hat sich einfach nicht an die Behandlung gehalten, sprich: Zu früh abgesetzt.
    Eine richtige Behandlung führt auch zu einem richtigen Ergebnis. Man muß nur mitmachen.

    20.07.2007, 11:31 von Pumpkin
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2 3 4