Freundschaft Plus mit dem Ex
"Was machst du eigentlich, wenn der mal ne Neue hat?“ -- "Die eigenhändig umbringen, vermutlich…“ Aber bis dahin genoss ich es.
Nein, wir waren nicht zusammen, nicht mehr. Wir hatten unsere schöne Zeit gehabt, und irgendwann ging es dann zu Ende. Du tatest dich leichter mit dem Entlieben als ich, ich weinte dir noch lange noch so manche Träne hinterher. Dir, meiner ersten großen Liebe… Bis ich irgendwann beschloss, dass wir vielleicht gute Freunde sein konnten, weil ich dich und deine Meinung, deine Ansichten, deine Art zu reden und Dinge zu erklären, immer noch mochte und schätzte.
Wir trafen uns zuerst unverbindlich, auf einen Kaffee, zum Reden. Für mich war die Sache auch okay, weil ich irgendwann wusste, dass das was ich fühlte – unabhängig von deiner Seite – ebenfalls für eine Beziehung nicht ausreichend war, in so manchen „Beziehungsdingen“ konnte und wollte ich dir (auch aus Eigenschutz, nicht wieder mein Herz zu verlieren) nicht wieder vertrauen. Ich fand, das Vertrauen in einer Beziehung ist noch absoluter als in einer guten Freundschaft. Für die Freundschaft reichte es, du würdest mich vermutlich nicht so schnell im Stich lassen. Du hörtest mir zu, auf deine ruhende, stille Art und bei dir durfte ich mich ausweinen, als es mir wegen vielen Dingen schlecht ging. Nur bei dir konnte ich es…
Ich sah uns wirklich als Freunde und es war völlig okay. Am Wochenende ging ich aus und betrank mich und war zum Teil sicher nicht ich selbst, und meine Freundinnen spekulierten, ob ich es unbewusst aus Verdrängung tat oder einfach nur so.
Ich hatte in der Zeit, in der ich dich nur als Freund traf, sogar ein richtiges Date. Ich ging mit ihm abends essen, es war nett. Der einzige Grund, weshalb ich mich darauf überhaupt einließ, war, das er wirklich nett war, ein Hirn zu besitzen schien und sogar Manieren an den Tag legte – so was ist ja heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich und was habe ich von dir hohe Maßstäbe gesetzt bekommen.
Doch als ich mich mit unterhielt, wurde mir einmal mehr klar, auch wenn ich es nicht erwartet hatte, ich alles andere als bereit für etwas Neues war. Wie gesagt, wir verstanden uns gut, aber ich wurde mir schnell bewusst, dass ich ihm vermutlich zu anstrengend war – oder es sein würde – und trotz gegenteiliger Behauptungen habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Ich vermute, er ist immer noch völlig verstört von diesem Treffen mit mir…
Ein paar Tage später traf ich dich wieder, fast dankbar, dass ich mich bei dir anlehnen durfte, dass ich mich nicht verstecken brauchte. Dein vertrauter Geruch, dein warmer Körper… auch dir hatte die Zärtlichkeit, das Kuscheln gefehlt.
Es folgte ein langes Gespräch, wie es mit uns weitergehen könnte oder würde. Wir genossen unsere gemeinsame Zeit, wir waren nicht mehr ineinander verliebt aus vielen Gründen, aber wir begehrten einander noch. Ich würde auch lügen, hätte ich jemals behauptet, dass ich dich nicht mehr attraktiv fand. Erst war ich entsetzt über deinen Vorschlag, sollte es eine Demütigung sein? Bis ich mir klar wurde, das ich es konnte. Dich und deinen Körper genießen, jetzt, so wie es war.
Also schliefen wir wieder miteinander.
Ich war wie berauscht, von deinem Duft und deinen Berührungen, vertraut und doch neu.
Ich wusste, ich liebte dich nicht mehr und liebte dich doch. Anders.
Aber was ich auf keine Fall wollte, war eine Fickbeziehung. Nicht mit dir. Dich schätzte ich, so was ging nicht. Erfreulichweise waren wir uns da einig. Ficken ist ein hartes Wort, für mich bedeutete es Sex ohne Gefühle. Nur der Befriedigung wegen, es bedeutete nichts, absolut nichts. Bei dir würde es nicht so sein. Ich war mir des schmalen Grades, auf dem ich mich bewegte, durchaus bewusst. Der Sex mit dir hätte immer eine andere, höhere Bedeutung als mit jedem anderen. So war es nun mal und das war auch gut so.
Mir war auch wichtig, dass wir viel miteinander kuscheln würden, denn das hat und würde mir immer am meisten fehlen. Also schlug ich vor, dass du bei mir übernachten könntest, wie in den guten alten Zeiten… Was du auch getan hast mittlerweile. Das erste Mal, dass du wieder bei mir schliefst, war fast unbequem. Wochenlang konnte ich mich in meinem Bett ausbreiten wie ich wollte, nun warst du wieder da und musstest dein Kreuz zusammenfalten, um überhaupt reinzupassen. Doch wir arrangierten uns schnell und du hieltest mich fest. Eng an dich gedrückt.
Letzte Nacht war besonders schön. Unsere Beine verknoteten sich wie von selbst ineinander, jedes Mal wenn ich mich bewegte rücktest du noch näher und hieltest mich fest, ganz fest. Und ich war warm und geborgen und für diese kurze, vergängliche Nacht war alles richtig und in Ordnung.
Dein unbewusstes Verhalten genoss ich sehr. Im Alltag waren wir etwas distanzierter zueinander, nicht ganz so vertraut, es war längst nicht mehr alles selbstverständlich. Alles andere wäre aber auch zuviel gewesen.
Aber wenn wir uns berührten, dann war das mit nichts zu vergleichen. Wenn ich in deinen Armen lag, war meine Welt für einen kurzen Moment wieder gut.
Natürlich war so eine Situation mehr als ungewöhnlich.
Ich wusste, das würde nicht ewig so weiter gehen. Es würde der Tag kommen, an dem sich unsere Hinzugezogenheit im Sande verlaufen würde und auch der Tag, an dem du ein neues Mädchen kennen lernen würdest, mit der du dann kuscheln würdest.
Ich würde sie hassen, aus Prinzip schon.
Aber lange, ganz ganz lange, hattest du nur mir gehört.
Und wir wären immer noch befreundet...."Wichtige Links zu diesem Text"
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Kommentare
Es kann gut ausgehen!! Ich mache das seit 3 Jahren so mit meinem Exfreund. Und mittlerweile sind wir daran gewöhnt, dass es so ist, allerdings haben wir 120km Entfernung zwischen uns.
01.06.2011, 22:14 von GanseblumchenWir sind sehr gute Freunde, reden und erzählen und viel und haben eben Sex miteinander. Aber wir sehen uns max. 2 mal im Monat.
Dadurch kommt dieses "Freizeit miteinander verbingen" nicht so auf.
Aber es ist gut so wie es ist und wird bestimmt noch weiter laufen. Wichtig ist es allerdings, dass, sollte es sich aus Sicht des einen ändern, er es der anderen Person erzählt.
also aus meiner erfahrung geht das nie gut aus..
18.05.2011, 11:01 von poneman hofft drauf und denkt sich, dass diese geschichte völlig anders is, als alle anderen geschichten..
nur ist das nich so..sobald er jemand neuen kennenlernt bist du nummer zwei und das bist du nicht gewohnt.
man kann versuchen alles zu retten, aber wie wird es dir gehen, wenn er mit ihr nach hause geht?
mit ihr die sachen bespricht, die er mit dir besprochen hat?
versuch einen neuanfang zu machen, verbring viel zeit mit dir selbst und vielleicht fällt es dir dann leichter endgültig zu gehen..
schön geschrieben.. aber ob das wirklich gut ausgehen kann!?
14.04.2011, 17:03 von schneewittchen92@schneewittchen92 Ganz ehrlich? Das frage ich mich ständig.
14.04.2011, 19:25 von regentropfen1Aber auch bei allen anderen "solchen" Geschichten, wenn man nicht fest zusammen ist.
In meinem Fall werde ich es wohl erst wissen, wie es ausgeht, wenn es so weit ist...
@regentropfen1 Genau vor dieser Ungewissheit habe ich auch gerade Angst. Es ist die Frage, ob man nicht doch vielleicht den Schritt zurück und vor in die Zukunft machen kann. Kurz: Sich wieder lieben kann?!
15.04.2011, 09:48 von SchneeSonneWie viele Liebesgeschichten sind so verlaufen... Wäre es nicht wunderbar?
Weil: Die 'Liebe' ist ja noch da, aber halt auf eine andere Art und weise.
Ich hätte aber vorallem davor Angst, den anderen ganz und gar zu verlieren!