AnnaEcke 25.02.2008, 01:03 Uhr 32 47

Es sind diese kleinen Dinge

Kleine Gesten, die Dich so liebenswert machen.

Kleine Momente, in denen ich hinter Deinem Rücken oder in Deinem Arm in mich hineinlächle und so sprachlos bin, dass ich befürchte, dabei ein unsäglich dämliches Gesicht zu machen. Manchmal bleibt es nicht bei einem inneren Lächeln. Manchmal muss ich einfach laut lachen. Nicht weil irgendetwas an Dir oder an diesem oder jenen Moment lustig wäre, sondern weil mir die Freude einfach aus dem Mund schlüpft. Die Freude an Dir, an uns, an diesem und jenen Moment, den wir teilen.

Du drückst mich so fest, dass meine Rippen schmerzen, aber ich bemühe mich so gut ich kann, dass mir dabei kein „Autsch“ über die Lippen hüpft. Du kannst mich gar nicht fest genug drücken. Da haben meine Rippen überhaupt nichts zu melden.

Wenn Du mich anschaust und lächelst, möchte ich jedes Mal meinen Zeigefinger auf die kleinen Fältchen um Deine Augen herum legen. Diese Fältchen, die ich nicht beschreiben, aber malen könnte, können sprechen - ganz ohne Worte.

Ich mag die Art und Weise mit der Du mich anfasst. In manchem unfassbar kitschigen Gedankenmoment fühle ich mich wie in einem wunderschönen Gemälde. Festgehalten mit Farbe auf Leinwand, festgehalten mit Vertrauen auf Geborgenheit. Dann grabe ich mein Gesicht in Deinen Hals, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Du mir diesen Kitsch an der Nasenspitze ansehen kannst.

Du erzählst mir von den vielen verschiedenen Vogelarten, die Du bereits gesehen, beringt, gezählt, fotografiert und bewundert hast. Mein Interesse an Ornithologie tendiert eindeutig gen null, aber wenn Du erzählst, die unterschiedlichen Rufe imitierst, die Momente des Wartens und Entdeckens schilderst, dann möchte ich nichts anderes hören, damit Dich Deine Begeisterung und Leidenschaft weiter strahlen lassen.

Nachts, wenn Du neben mir liegst, kann und will ich nicht aufhören, mit meinen Fingerspitzen über Deinen Rücken und Nacken zu streichen. Ein schlichtes „Du fühlst Dich so gut an“ reicht kaum aus, um zu sagen, wie sehr ich das wirklich meine. Dann ziehe ich meine Hand doch kurz zurück, weil ich mir sage, dass ich Dich nicht ununterbrochen begrabbeln sollte. Aber diese Überlegung verfliegt mit dem nächsten Luftzug.

Wenn ich ab und an mit meiner Ruhrpottschnauze zu schnodderig daher komme, legt sich Deine Stirn in liebe Falten und Du entwaffnest mich in meiner Schnodder-Tarnung mit einem einzigen Satz. Für einen kurzen Augenblick fühle ich mich ertappt und unsicher, aber gleichzeitig lerne ich bei jedem einzelnen Mal, dass ich bei Dir keine Waffen, keine Tarnung brauche.

Wir machen uns auf den Weg nach Irgendwo und jedes Mal, wenn wir unsere ersten Schritte vor die Tür setzen, hältst Du meine Hand noch bevor ich Deine suchen kann. So oft habe ich versucht, Deine Hand zu finden, ohne dass meine bereits in ihr liegt, aber es gelingt mir nicht. Mit meiner Hand in Deiner Hand machst Du den Weg zu unserem Weg, auf dem sich Aufbruch und Ankunft ebenfalls die Hände reichen.

Manchmal schaue ich Dich an und vergesse für den Bruchteil einer Sekunde wer Du bist, weil jedes Mal, wenn ich Dich sehe, so viel Schönes, Neues, Warmes in so vielen Facetten an Dir auftaucht, dass es das schon Bekannte überflutet. Noch bevor ich Worte für das neu Entdeckte finden oder es in mein Kopfbilderbuch über Dich malen kann, ist es mir jedoch schon wieder entglitten, weil die Freude darüber meinem Auffassungsvermögen ein Beinchen stellt.

Morgens im Moment des Aufwachens, wenn Du Dich von der Seite auf den Bauch drehst und mich anschaust, lächeln Deine Augen immer eine Sekunde bevor Dein Mund ein „Guten Morgen-Lächeln“ formt. Es sind diese Tage, die mit Deinen lächelnden Augen beginnen, auf die ich mich schon wieder freue noch während sie beginnen.

Du löst in mir ein unbeschreibliches Gefühl des „Vertrauen-Könnens“ aus, indem Du mich und jeden Moment so annimmst wie wir sind. Selbst in meiner Unsicherheit fühle ich mich bei Dir sicher, weil mir unsere Nähe und Ehrlichkeit Halt geben, weil ich weiß, dass – egal wie es ausgeht – Du den Ausgang mit mir tragen und so lösen wirst, dass ihm die Härte, wenn auch nicht die Schwere genommen wird.

Du sprichst gerne in Bildern…ich sage es gerne mit Liedzeilen:
„Geh mir weg mit den Sorgen. Ich denk da gar nicht daran, dass dieses große Glück vielleicht einmal verschwindet. Und wo es herkam ist egal, denn suchen kannst Du danach nicht. Du musst bloß sicher sein, dass es Dich findet. Ich bin so glücklich jetzt und hier, Du wirbelst meine Welt herum. Und letztendlich kommt’s gar nicht drauf an, dass man solch Glück wohl niemals fassen und vielleicht auch nicht festhalten kann.“

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32 Antworten

Kommentare

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    .. ich bin einfach sprachlos .. so schön geschrieben

    22.09.2010, 14:09 von ilofi
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    Na toll, jetzt muss ich weinen.
    Auch wenn das "dein" Text ist, liebe Anna, beschreibt er mich darin genauso :)

    04.05.2010, 17:03 von Bender018
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    Herrlich, wunderbar, Glückwunsch!
    Besser gehts nicht!

    15.06.2009, 22:28 von Batida72
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    wunderschön

    27.10.2008, 11:00 von IamTheMovie
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    wahrlich ein wunderbarer text.
    ich bin sprachlos

    16.10.2008, 21:43 von lisa.
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    Der Text ist wunderbar.toll.liebevoll!

    16.10.2008, 20:57 von einfach.A.L
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    -->empfehlung

    11.10.2008, 18:49 von -fine-
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