BTownBlondie 20.07.2007, 17:17 Uhr 80 47

Die Freiheit eines Singles...

... versus die Rechte der Anderen. Bin ich nur meiner Freiheit verpflichtet oder auch der Moral? Darf ich mit ihm schlafen?

Ich darf alles. Ich darf flirten, tanzen, lachen, ich darf denken, fühlen, handeln wie ich will. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Der Sommer ist fantastisch, nach fünf Jahren in einer Beziehung fühle ich mich als Single so frei.

Ich war mit einer Freundin unterwegs, nichts Großes, nur ein Bier trinken und die laue Sommernacht genießen. Es fällt mir grundsätzlich schwer, Nächte enden zu lassen, aber diesmal hatte ich es geschafft und freute mich auf mein Bett. Dann kam die erste SMS von dir, es folgten weitere, komm doch mit, wir holen dich auch ab, ich geb dir ein paar Bier aus, ist ne nette Runde! OK, holt mich ab. Ich hatte das mit dem Heimweg doch nicht geschafft.

Ich mag dich, ich kenn dich noch nicht lange, aber du bist süß. Und irgendwie sexy. Vor allem aber lustig. Der Abend kann gut werden, die Musik ist echt in Ordnung und tatsächlich bin ich komplett eingeladen. Das gefällt mir, ja, ladet mich ein, umringt mich, flirtet mit mir! Und wie du mit mir flirtest. Wir tanzen, ziemlich eng sogar, deine Hand wandert meinen Rücken hinab, schweißgetränkte Kleidung reibt sich an nackter Haut. Hattest du nicht mal erzählt, dass du eine Freundin hast? Ich bin mir nicht sicher. Doch, eigentlich bin ich mir sicher. Aber ich will es nicht wissen. Ich nehme dein Gesicht in beide Hände und wir küssen uns. Nur wir beide sind noch auf de Tanzfläche, du nimmst meine Hand, es ist Zeit zu gehen.

Ein Bier für den Weg und ab ins Taxi, wohin es gehen soll? Ich nenne meine Adresse, du wohnst ja nicht weit davon entfernt. Aber dann steigst du mit aus. Natürlich tust du das, denn wir knutschen im Taxi seit einer halben Ewigkeit. Im Hausflur geht es weiter, du fühlst dich gut an, ich fühle mich gut. Da hältst du inne und sprichst es aus - Ich möchte gerne mit zu dir, aber es kann nicht mehr als eine Nacht sein. Ich habe eine Freundin. – Das ist dein Problem, nicht meins – höre ich mich antworten und ziehe dich mit in die Wohnung.

Und während wir uns küssen und meine Gedanken eigentlich ausgeschaltet sein sollen, fangen sie erst richtig an. Stopp. Wo endet meine Freiheit und wo fangen die Rechte der Anderen an? Ich bin niemandem verpflichtet, ungebunden, ich stehe für mich, ich handle für mich. Ich möchte nicht, dass irgendjemand mit meinem Freund schläft. Ich möchte nicht betrogen werden. Ich möchte niemanden verletzen.

Die Küsse werden weniger, die Hände gehen auf Reise. Da halte ich dich auf Abstand. Ich kann das nicht. Und schon habe ich es ausgesprochen. Was machst du eigentlich hier? Du hast doch eine Freundin. Ihr liebt euch doch, raus aus meinem Bett! Ich kenne sie nicht, ich weiß nichts über euch und vielleicht tut es euch sogar gut, wenn du ab und zu fremd gehst. Ist doch manchmal so, wenn Paare schon lange zusammen sind und im Bett nichts mehr geht. Wenn es so wäre, würde ich dich vielleicht bleiben lassen. Aber wenn es nicht so ist? Vielleicht habt ihr gerade einen Streit und ich bin dein Ventil. Ich weiß es nicht. Es geht mich nichts an. Meine Freiheit endet hier. Ich bin niemanden Rechenschaft schuldig. Außer meinem Gewissen. Du musst gehen.

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80 Antworten

Kommentare

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    hut ab! dafür sind dir viele freundinnen dankbar...

    11.09.2007, 16:25 von dana_b
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    Super Einstellung!! Daumen hoch!

    28.08.2007, 00:53 von Lostprophet1987
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Sehr interessanter Text und ich kann dich auch durchaus verstehen, obwohl ich da ein wenig anders denke. War auch schon in solchen Situationen, in denen was mit Frauen lief, die in ner Beziehung lebten. Klingt vielleicht egoistisch, aber mir war das in dem Moment egal. Es war tatsächlich nicht mein Problem. Und wenn es nicht ich gewesen wäre, dann wahrscheinlich später jemand anders... (Natürlich würd ich niemals was mit ner Freundin eines Kumpels anfangen. Ist eigentlich ne merkwürdige Logik, wenn ich so drüber nachdenke, aber ich bin jetzt mal ganz einfach ehrlich)

    17.08.2007, 14:50 von ShotgunToce
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    Grade an dieser Stelle zu stoppen muss wahrscheinlich echt schwierig sein. Aber auch mutig und sehr klug. Vergebene Männer sollen vergeben bleiben. Man sollte immer davon ausgehen was man selber von seinem Partener erwarten würde!
    Sehr gute Entscheidung!

    17.08.2007, 00:23 von P__u_ste__bl_u_m___e
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    ich hätte nicht anders entschieden...

    14.08.2007, 10:41 von dancing_hottie
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    Und was hast du erreicht? Du hast doch am Ende auf was Verschwendetes verzichtet. Du hast einfach nicht kapiert das der Sinn der Moral nicht ist dich zu verweigern sondern dich nicht an jemanden versorgten zu verschwenden. Sind alle Menschen so linear?
    Moral ist nicht zur Befriedigung deiner ethisch-masochistischen Bedürfnisse, sondern Moral ist der Weg der Schwachen die Gier der Starken zu zügeln. Also richtig wäre gewesen :
    1. Sich nen netten Single von der Party mitzunehmen.
    2. Seiner Freundin anzubieten noch vorbeizukommen und mitzumachen.

    10.08.2007, 16:52 von Saturnous
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    Ein super Text und eine super Entscheidung. Wissentlicher "Mittäter" zu sein, ist ebenso schlimm wie seinen eigenen Partner zu betrügen. Meine Meinung.

    05.08.2007, 10:15 von DesolateMan
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    Abstrahiert gesehen könnte man auch sich vorstellen, man hat einen Knopf, der einem persönlich einen kursfistigen Spaß gibt, aber irgendwo auf der Welt dadurch jemandem Leid zufügt. Würde den jemand wirklich guten Gewissens drücken können?
    Ich für meinen Teil möchte mich bei Blondie für diese Aktion bedanken. Natürlich hätte das "Nein" auch viel früher kommen können, aber immerhin. Ich habe selbst mich letztens bei jemandem bedankt, der zu meinem Freund bereits vor dem ersten Kuss "Nein" gesagt hat. Das mein Freund diese Situation provoziert hat, ist wieder ein anderes Thema, aber ich bin dem Mädel dankbar, dass sie meinen Glauben an die Menschheit zurück gebracht hat, so wie jetzt auch wieder Blondie. Als Mensch in einer Beziehung ist man heute umgeben von Leuten, die Moral mit den Füßen treten und man sich langsam fast schon fragt, ob man selbst zu konditioniert ist und dem anderen einfach nur einen Spaß verwehrt, der ja "nur körperlich" ist. Aber nach reiflicher Überlegung über von Menschen gemachten Regeln und deren Sinn und was ich eigentlich will kann ich heute bestimmt sagen, dass ich nicht will, dass mein Freund mit einer anderen Sex hat. Das Bedürfnis danach stelle ich nicht in Frage, das ist einfach natürlich. Aber man muss nicht alles haben und in einer Beziehung sollte man sich zur Monogamie entscheiden. Ich würde meinen Freund nicht verurteilen, wenn er seine Meinung ändert, die er mittlerweile und durch die Absage der anderen bekommen hat, aber ich würde sicher nicht mehr mit ihm zusammen bleiben wollen. Danke also, Blondie!

    04.08.2007, 21:41 von SophieGermain
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    @BTownB, also wie du schon sagtest hattest du ab einem bestimmten Punkt ein schlechtes Gefühl bei der Sache.. und hast darauf gehört. Das ist das wirklich GUTE und SINNIGE an der ganzen Aktion.
    Dieses ganze Gelaber von Anstand und Moral - oder hätteste man.. wäre gutere Sex gewesen, kurz Teufel und Engel.. ist doch bullshit. Fakt ist doch, wenn mehr Leute in solchen Situs auf ihr Innerstes hören würden, wäre die Welt ein besserer Ort. Ich mein, die Ansage ob etwas richtig ist, oder falsch - geben wir uns doch immer selber.. nur hören wir meistens nicht darauf. Stichwort: Intuition.. und die betrügt uns eher selten..

    davon ab.. schön geschrieben.. cheers

    03.08.2007, 20:14 von LahShmokka
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